King Of Hoppenbruch

Im Ruhrgebiet gibt es für Downhiller und Enduro-Fahrer (MTB) nur wenige Möglichkeiten, sich wirklich legal austoben zu können.

Eine Möglichkeit sind die Strecken, die der FRC Herten auf der Halde Hoppenbruch angelegt hat und betreut.

Und heute gab es, quasi zur Krönung der eigenen Strecken, das Event „King Of Hoppenbruch„, bei dem 88 Fahrer und Fahrerinnen aller Altersklassen gegen die Uhr und den eigenen Schweinehund antreten konnten.

Um den Fahrspaß zu maximieren, hat es dann letzte Nacht auch noch geregnet 😉 Während des Rennens heute blieb es aber größten Teils trocken. Nur nicht sauber 😉

Und natürlich waren wir auch da. Aber nur zum Gucken. Und wie das so ist: Was wir gucken, könnt Ihr auch gucken:

Garmin Edge 820 – das hyperaktive Kind gebändigt?

Schon beim ersten Test des Edge 820 fiel mir das überempfindliche Display auf. Bedienbar schien das Teil nur mit Handschuhen.

Heute installierte das kleine Gerätschen dann das Update auf Version 4.1 und überraschte mich mit folgendem Screen:

img_8872Laut Change-History für die einstellbare Sensibilität:

  • Added Touch Sensitivity setting to improve touchscreen performance with gloves and in wet conditions.

Tatsächlich aber hat nach dem Neustart sowohl das überhektische reagieren auf Finger, die noch gar nicht das Display berühren nachgelassen – als auch die Probleme die ich hatte, wenn ich das Gerät in der einen Hand hielt und mit der anderen bedient habe.

Was auch immer Garmin da gemacht hat: Es hat funktioniert 🙂

WLAN geht dafür immer noch nicht wieder 🙁

Selbstverletzung die xenfuffzigste

Das wird ja langsam zur Gewohnheit. 🙁

In der NRZ heute (leider hinter Paywall):

Eine 32-jährige Radfahrerin aus Dinslaken stieß am Montag, 12.35 Uhr, auf dem linken Gehweg der Krengelstraße in Richtung  Kreisverkehr kurz hinter einer Überführung mit einem Auto zusammen, das aus einer Grundstückseinfahrt kam.

Aha. Also als ICH zur Fahrschule gegangen bin, da hieß es immer, wenn man aus einer Ausfahrt kommt, muss man ganz besonders auf kreuzende Radfahrer und Fußgänger achten.

Demnach wäre für MICH das eher so, dass der Autofahrer beim Ausfahren aus der Grundstücksausfahrt die Radfahrerin übersehen und angefahren hat.

Und nicht die Radfahrerin das Auto.

Neuer Fall von Selbstverletzung

In Voerde hat es einen bedauerlichen Unfall gegeben, bei dem ein 10jähriger Junge so schwer verletzt wurde, dass er mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Gott sei Dank ist er nicht in Lebensgefahr.

Was mich aber ärgert ist, dass in der Berichterstattung mal wieder völlig klar ist, wer Schuld ist:

 Der Junge war gegen 11.30 Uhr mit seinem Fahrrad auf einem Verbindungsweg vom Kalbecksweg aus kommend in Fahrtrichtung Feldweg unterwegs.

An der Einmündung zum Feldweg übersah er eine 70-jährige Autofahrerin aus Voerde, die den Feldweg aus der Steinstraße kommend in Fahrtrichtung der Sackgasse befuhr.

Und jetzt schaut Euch bitte mal diese Karte von Google Earth an:

feldweg

 

feldweg2

Fällt Euch irgendwas auf? Achtet auf die Details, wer von wo nach wo gefahren ist.

 

Guck mal, geht doch!

In den letzten Tagen hatte ich mich hier mal über Pressemitteilungen der Polizei ausgelassen.

Konkret ging es mir um Formulierungen, die beim einfachen Leser geeignet sind den Eindruck zu erwecken, Radfahrer wären schon irgendwie selber schuld, wenn sie überfahren werden.

Das das auch anders geht – und zwar ohne wirklich Aufwand – zeigt die Polizei Essen. Anlass ist trauriger Weise, dass mal wieder eine Radfahrerin von einem abbiegenden Kraftfahrzeug erfasst und verletzt wurde. Die Formulierung ist nur so viel anders:

45139 E-Ostviertel: Dienstagnachmittag (4. Oktober) gegen 16:15 Uhr befuhr eine 20- jährige Radfahrerin die Herzogstraße in Richtung Krampestraße. An der Einmündung Gerlingstraße/Herzogstraße wollte sie die Fußgängerfurt überqueren. Zum gleichen Zeitpunkt bog ein parallel fahrender 55-jähriger LKW-Fahrer nach rechts in die Gerlingstraße ab. Hierbei übersah er die heranfahrende Radfahrerin und erfasste sie seitlich mit seinem Gespann. Das Fahrrad wurde unter einem Reifen der Zugmaschine eingeklemmt. Die Radfahrerin erlitt schwere Verletzungen, die in einem Krankenhaus behandelt werden. (JH)

Vielen Dank an die Polizei Essen. Für mich ist das ein wichtiges Zeichen.

Aus! Aus! Die Sainson ist aus! Und die Münsterland-Giro auch ;-)

Heute stand das letzte Rennen für 2016 auf dem Plan, die Münsterland-Giro und hier die Kurzstrecke mit 70km.

Elevation Profile
m_nsterland_giro

Mit dem Ergebnis kann ich sehr zufrieden sein: Platz 61 von 220 in meiner Altersklasse, bzw. 253 von 1209 Starter/-innen. Und nur 15 Minuten hinter dem Ersten durch das Ziel gerollt.

Ein sehr schönes, schnelles Rennen (dank super Gruppe), dass mir vor allem aber wegen des dichten Nebels und der vielen Crashes in Erinnerung bleiben wird. Vor allem die Gruppe, die sich auf der Ziellinie völlig unnötig lang gemacht hat… naja, sei es drum.

2016 war Rad-technisch ein komisches Jahr. Ich bin deutlich weniger Rennen gefahren als geplant. Und die, die ich gefahren bin, waren schon irgendwie „durchwachsen“. Neben den Rennen standen auch einige Touren auf dem Programm, die mir gut in Erinnerung geblieben sind.

So bin ich ja im Mai eher spontan die „Ruhr Around Challenge“ gefahren. Seit bestimmt 20 Jahren keine Distanz über 100km abgerissen und dann mal eben 200km gefahren. Kann man machen, ist aber sehr speziell. Aber es hat mit meinem Mitfahrer Tobi so viel Spaß gemacht, dass wir 2017 alle 3 Touren (100, 200 und 300km) fahren werden. Außerdem hat unser „Fahrstil“ zu einer Neuplanung beim Veranstalter geführt, die wir testen dürfen.

Insgesamt war ich überrascht, wie gut die 200km liefen 🙂

Ein geplantes „Highlight“ war natürlich auch 2016 das 24h-Rennen von Duisburg. Das dieses Jahr allerdings so grottenschlecht war, dass wir unsere Teilnahme für 2017 abgesagt haben.

Im gleichen Monat folgte auch der Marathon Grafschaft, der mich emotional extrem (über)(ge)fordert hat. Leider, denn eigentlich ist Grafschaft ja ein „Must Have“ für mich.

Nachdem ich aber über 20 Jahre nicht mehr an einem Rennrad-Rennen teilgenommen habe, war ich dann im September beim Race am Rhein. Und ich war total geflasht. Nicht nur, weil es auf Anhieb wirklich gut lief und ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden war. Sondern auch wegen des „warum habe ich eigentlich damals damit aufgehört“-Gefühls 🙂

Was dann letztlich dazu führte, dass ich heute morgen in Münster stand. Und eine wirklich irre Runde gefahren bin. Mit Gegenwind, Seitenwind, Rückenwing, Nebel mit Sichtweiten um die 50 Meter und Spässkes inne backen.

Abschließend gab es dann Verpflegung bei Nutrixxion am Bus. Und hier liegt jetzt mein Formular für Nutrixxion 2017 – ich werde dem Team wohl treu bleiben. 🙂

Jetzt steht erst mal die obligatorische Herbst-Leistungsdiagnostik bei Steffi an.  Darauf folgt dann, was niemand so richtig mag: Das Wintertraining mit viel Rolle. Aber mal gucken: in 2017 möchte ich definitiv mehr Rennrad-Rennen fahren und vielleicht reiße ich mich auch endlich mal zusammen und nehme ab 😉 Denn mal ehrlich: 15 Minuten auf 70 km sollten doch irgendwie zu machen sein 😉

Für das abgelaufene Jahr muss ich aber ein paar Leuten danke sagen:

  • Julia, dafür, dass sie allen Quatsch mit macht, immer dabei ist und auch aufopferungsvoll pflegt, wenn ich mich mal wieder abgelegt habe.
  • Nutrixxion für die Betreuung. Die ist zwar, wie immer, ausbaubar, aber ich habe viel Spaß im Team. Vielen Dank auch für die unzähligen Gele, Flaschen, Getränke. Besondere Grüße an dieser Stelle an Volker, den Chefmotivator 😉
  • Powerbar aus Voerde, die uns als „Heimlieferant“ mit zusätztlichen Riegeln und Muffins versorgt haben 🙂
  • Garmin für die neuen Geräte, die wir im Training und Rennen nutzen dürfen.
  • Chalkr, die uns bei unserem Alternativ- und Wintersport, dem Klettern so tatkräftig unterstützen.
  • ERG 1900 e.V., unsere sportliche „Wahlheimat“. Vor allem für die unzähligen gemeinsamen Trainingsrunden 🙂

 

Radfreundliche Arbeitgeber?

Ich bin immer wieder irritiert davon, wie stark man nach wie vor den Fokus auf Autos setzt, wenn es um die Mobilität von Mitarbeitern und Besuchern eines Hauses geht.

Nehmen wir mal meinen Brötchengeber, der unter anderem ein Gebäude mit einer 7(!) Etagen Tiefgarage besitzt. Einige Parkplätze sind für Mitarbeiter (aber nur wenige), einige für Firmenwagen. Der Großteil aber für Besucher unseres Hauses und des „Unternehmens“ nebenan, dass keine eigene Tiefgarage hat.

In der Tiefgarage gibt es zudem Fahrradstellplätze. Und so sieht das dann tagtäglich aus:

img_8635Während die Besucherparkplätze nur zu einem kleinen Teil genutzt werden, sollen die Räder an der Wand an Stahlrohren festgemacht werden. Abgesehen davon, dass man die Stahlrohre 90° verkehrt herum angebracht hat, um sie vernünftig zu nutzen, sind es natürlich viel zu wenig.

Und so stapeln sich mehr oder weniger ungesichert die Räder in einer mehr oder weniger öffentlich zugänglichen Parkgarage, während die teuren PKW-Plätze leer bleiben.

Wenn man nur 3-4 der Parkplätze nutzen würde und einen zugangsgesicherten „Käfig“ bauen würde, in dem dann normale Fahrradständer wären – wie viele Bikes man dort sicher abstellen könnte!

Aber in Deutschland und NRW 2016 lässt man lieber Parkplätze leer, als die Mitarbeiter zu fördern, die der Umwelt und dem Portomonai zu liebe eben nicht mit dem Auto kommen.

Ein Trauerspiel 🙁

P.S. Natürlich würde ich keines meiner teuren Räder dort abstellen. Vorsichtshalber hat man aber schon mal per Dienstanweisung verboten, Räder im Büro abzustellen. Ist klar, ne?

Race am Rhein: Pleiten, Pech und Erfolge

Manchmal hat man ja so Tage, wo man am Ende mit einem Glas Whisky in der Hand in seinem Ohrensessel liegt und denkt:

Wie irre war das denn jetzt?

Heute war so ein Tag. Denn heute war Race am Rhein-Tag.

Zum RaR hatte ich mich schon ziemlich früh angemeldet. Unmittelbar nachdem bekannt wurde, dass ein Teil der zweiten Etappe Tour de France 2017 als Jedermann-Rennen „getestet“ werden soll und da die in Düsseldorf startet… quasi ein Heimrennen.

Am Samstag konnte bereits die Starterpakete abgeholt werden und ich fand das ziemlich klasse organisiert. Mein erster Eindruck war nämlich: Uff, ist das voll hier. Aber offensichtlich hilft gute Organisation: Tisch 1 Startunterlagen abholen. Tisch 2 Starterpaket abholen. Tisch 3 Transponder testen. Fertig. Trotz 20 Leuten vor mir hat das keine Viertelstunde gedauert.

Sonntag Morgen dann Raceday. Für mich sollte Start um 11.45 sein und deswegen habe ich den Zug um 10:14 genommen. Der sollte um 10:56 in Düsseldorf sein. Der Start war Fußläufig 10 Minuten vom Bahnhof, also mit einigen Umwegen perfekt zum Warmfahren zwischen Hauptbahnhof und Start. Und selbst 30 Minuten Verspätung wären maximal drin gewesen.

Hätte, könnte, wäre, würde. Denn ich, der ich so gerne den Leuten erkläre, warum ich viel lieber mit der Bahn zur Arbeit pendel als mit dem Auto musste wieder lernen: Wenn Du überlegst um 9:14 zu fahren oderr 10:14 und Du denkst 9:14 ist zu früh… mach es trotzdem.

Denn unmittelbar nach dem Einsteigen fiel auf, dass unter bestimmten Bedinungen nicht nur die Türseite zum Bahnhof geöffnet werden kann, sondern auch die andere. Den Triebwagenführer störte das soweit nicht, die Zugbegleiter schienen es im Griff zu haben.

Bis in Duisburg der Triebwagenführer wechselte. Und ich den Neuen sagen hörte „so fahren wir nicht!“ Es war 10:42.

Ich habe dann explizit gefragt: Fahren Sie oder sollen wir umsteigen? Nein, wir fahren, das dauert nur ein paar Minuten. Und nach ein paar Minuten kam die Durchsage: Es dauert ungefähr 10 Minuten.

Um 10:52 kam auf dem Nachbargleis ein Zug nach Düsseldorf. Und fuhr um 10:53 weiter. Und um 10:55 hieß es bei uns: Nichts geht mehr, der Zug endet hier.

Jetzt war ich nicht der Einzige im Zug, der zum RaR wollte. Aber offensichtlich der Einzige, der um 11:45 starten wollte. Denn der nächste Zug kam erst um 11:22 und es war klar: selbst bei planmäßiger Ankunft um 11:37 wird das knapp.

Dummerweise war aber der Zug um 11:22 natürlich super voll – er musste ja auch alle Leute aus unserem Zug aufnehmen. Was bedeutete, dass wir am Zwischenhalt Airport relativ lange gebraucht haben: Wir Zusteiger mussten raus, die Aussteiger stiegen aus, wir wieder ein.

Das Rennen war abgehakt.

Ich musste aber ja eh nach D’dorf um den Transponder zurück zu geben. Also dachte ich: Feuerst Du eben die anderen an. Bin dann auch vom Bahnhof aus zum Start gerollt, wo alles bereit stand und es kurz vor dem Startschuss war. Die Blöcke waren natürlich geschlossen, ich hätte irgendwo vorne in B gestanden.

Wie ich da so deprimiert an der Startaufstellung langrolle, neben mir auf ein Mal betriebsame Hektik: Eine Ordnerin sprintet auf mich zu, schreit mich an: „Hier rein! Schnell!“ und macht den Zaun auf. Keine 10 Sekunden später: Startschuss.

Ich hatte meine Kopfhörer noch drin, die Handschuhe nicht an und nicht mal meine Windjacke richtig an, da war ich schon im Rennen. Oder warm fahren, ohne den geplanten Riegel ohne alles, war ich mitten drin. Völlig unerwartet.

Die kurze Strecke bis zum Tunnel konnte ich nutzen um mich etwas frei zu fahren und nach dem Tunnel war die Taktik: Vollgas und überleben. Mir war klar, dass die 46km nicht viel mehr als eine Stunde dauern dürften. Also musste ich nicht sparen, sondern konnte einfach Gas geben.

Ursprünglich war meine Taktik, die ersten 8km langsamer zu fahren und dann in den ersten Anstieg herein Gas zu geben, auch wegen der Bergwertung. Das war natürlich jetzt obsolet.

Tatsächlich habe ich die langsamere Bergfahrt dann genutzt, meine Windjacke zu verstauen, die Kopfhörer los zu werden, ein Gel zu nehmen.

Elevation Profile
race_am_rhein_

Nach dem ersten „Berg“ hieß es dann: Gruppenspringen.

Ich bin immer so lange in einer Gruppe geblieben, bis eine überholte die schneller war. So lange bis ich in einer Gruppe war, die so fuhr wie ich mir das vorstellte. So sind wir dann in den zweiten Berg gekommen und gefühlt bin ich sehr gut dabei gewesen.

Nach dem zweiten „Berg“ ging es ja mehr oder weniger bergab und unsere Gruppe hat ordentlich Stoff gegeben. Der Haken war, dass von den ganzen Fahren am Ende nur noch 5 übrig waren. Dann 3. Dann 2.  Wir trafen noch ein paar Leute und wurden wieder mehr, dann weniger.

Kurz vorm Ziel war ich wieder vorne und Blick nach Hinten: Mein Mitfahrer, der mich über weite Strecken in seinem Schatten hat fahren lassen, war weg!

Er konnte nicht mehr. Also habe ich rollen lassen, weil ich nicht so arschig sein wollte, vor ihm über die Ziellinie zu rollen. Schließlich sind wir Hand in Hand durch den Zielbogen und haben die Finisher-Medallie umgehängt bekommen:

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Absolut Irre. Und im Ergebnis war ich mehr als zufrieden:

  • Platz 147 aus unglaublichen 1409 Männern und
  • Platz 40 von 314 in meiner Altersgruppe

So gut war ich schon lange nicht mehr in einem Rennen. Was ich aber in großen Teilen meinen Mitfahrern verdanke.

In der Team-Wertung landete Nutrixxion auf Platz 4:

  • 1023 Haseleu, Christian 01:06:50.914 34
  • 1122 Meiners, Stefan 01:13:25.638 154
  • 2037 Oehl, Holger 01:15:07.692 263
  • 1125 Hamburger, Stefan 01:15:09.637 266

Insgesamt bin ich ziemlich geflasht gewesen.

Übrigens auch vom Rennen an sich: Nicht nur war die Strecke sehr gut gewählt und präpariert. Auch die Anzahl an Ordnern und helfenden Händen war beeindrucken.

Der Nachziel-Bereich dann aber übertraf eigentlich alles:

Erst Getränke von Dextro. Dann Obst, Laugenstangen, Kuchen. Dann alkoholfreies Bier und Red Bull. Dann der Grohe-Duschtruck, in den wir uns ja schon damals in Duisburg verliebt haben….

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Dann die Gepäckausgabe, die Transponder-Rückgabe. Alles flüssig, nirgendwo schlangen und alles so abgesperrt, dass wirklich nur Fahrer/-innen sich dort aufhalten konnten. Irre, was Düsseldorf für 50€ Stargebühr geboten hat. Bzw verglichen damit peinlich was andere ähnlich teure Veranstaltungen nur bieten.

Zusammenfassend: Ich bin echt glücklich über meine Zeit. Warm gefahren und weniger mit Metzchen hätte ich vielleicht sogar noch 30 Sekunden  bis 1 Minute raus holen können. Alles in allem aber ein super Rennen. Von der Anmeldung am Samstag bis zum Zug nach Hause am Sonntag Nachmittag.

Sieht man mal von der „kleinen“ Katastrophe morgens ab. Denn da war ich mir echt sicher, dass das Rennen gelaufen ist. Gut, dass ich mich geirrt habe.

P.S. Wie Arschgeil war denn bitte die Tunneldurchfahrt vor dem Ziel? Das brauche ich jetzt öfter, bitte!

Die Selbstverletzungswelle reißt nicht ab…

Sind Radfahrer Autoaggressiv?

Man könnte fast den Eindruck haben. Denn nach Kleve gibt es einen neuen Fall einer Radfahrerin, die sich unter Zuhilfenahme eines LKW selbstverletzt hat.

Aus einer PM der Polizei Essen:
E-Stadtkern: Eine Radlerin verletzte sich Mittwochabend (14. September) bei einem Unfall in der Innenstadt schwer. Gegen 21:45 Uhr war ein Lkw-Fahrer auf der Hollestraße in Richtung Herkulesstraße unterwegs. An der Kreuzung Hollestraße/Steeler Straße wollte der 33-Jährige nach rechts in die Steeler Straße abbiegen. Auf dem Fußgängerüberweg der Rechtsabbiegerspur stieß der Herner mit einer radelnden 34-Jährigen zusammen. Die Essenerin zog sich bei dem Zusammenstoß schwere Verletzungen zu.

Liebe Polizei Essen:

Die Radfahrerin wurde verletzt als der LKW sie anfuhr. Dabei wurden ihr schwere Verletzungen zugefügt. Die von Euch gewählte Formulierung ist, wie das Beispiel aus Kleve, extrem PKW/LKW-freundlich, weil es den Eindruck macht, als sie die Radfahrerin doch irgendwie selbst schuld.

Tatsächlich läßt Eure Hergangsschilderung aber einen klassischen Abbiegefehler des LKW erahnen. Und schon von daher sollte bitte nicht der Eindruck erweckt werden, die Radfahrerin habe sich irgendwie selbst verletzt. Sie wurde verletzt. Simple as that.

Ob schuldhaft (z. B. durch Unachtsamkeit / Fahrlässigkeit) oder unschuldig (Abbiegefehler des LKW) spielt dabei nicht mal eine Rolle.

Wie man sich als Radfahrer halt selbst verletzt…

Manchmal fahre ich vom Büro aus durch den Duisburger Innenhafen und dort gibt es eine Kreuzung, die vorwiegend von LKW genutzt wird. Baulich eine Unfallstelle mit Ansage und gestern stand auf ein Mal ein Ghostbike dort:

14225395_178234772606925_6807045814049430128_nFalls Euch das nichts sagt: Die werden an Stellen aufgestellt, an denen Radfahrer ums Leben gekommen sind – als Mahnung und Warnung.

Sehr schön übrigens auf dem Bild auch zu erkennen ist der hervorragende Zustand der Radwege in Duisburg.

Worum es mir heute morgen aber geht, ist im Kontext des Ghostbikes auf meinem Heimweg folgende Pressemitteilung der Polizei aus Kleve:

Uedem (ots) – Am Donnerstag (1. September 2016) gegen 15.30 Uhr überquerte ein 15-jähriger Radfahrer aus Uedem von der Kervenheimer Straße aus Richtung Innenstadt die Straße Boxteler Bahn. Ein 56-jähriger Mann aus Uedem fuhr in einem LKW Mercedes auf der vorfahrtsberechtigten Straße Boxteler Bahn in Richtung Goch. Der LKW erfasste den Radfahrer im Kreuzungsbereich. Der 15-jährige verletzte sich bei dem Zusammenstoß schwer. Es besteht Lebensgefahr. Der Jugendliche wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Der LKW Fahrer blieb unverletzt. Die Staatsanwaltschaft Kleve beauftragte einen Sachverständigen mit der Erstellung eines Gutachtens. Die Unfallstelle ist zur Zeit noch gesperrt. Polizeibeamte leiten den Verkehr ab.

Zwei Dinge springen mich in dem Text an:

  1. Obwohl ein Sachverständiger beauftragt ist, weist man schon mal vorsichtshalber darauf hin, dass der LKW auf einer vorfahrtsberechtigten Straße gewesen sei.  Allerdings spricht man auch von einem Kreuzungsbereich. Auf dem Foto oben sind LKW die von links kommend in die vor mir liegende Stichstraße abbiegen übrigens auch auf einer vorfahrtsberechtigten Straße. Das hat genau gar nichts mit dem Unfall zu tun, impliziert aber schon mal „der wird schon irgendwie selbst schuld gewesen sein“.
  2. Obwohl hier ein Jugendlicher von einem LKW über- bzw. angefahren wurde, schreibt die Polizei, er hätte sich selbst verletzt. So als würde man sich einen rostigen Nagel ins Auge rammen. Natürlich darf auch die Erwähnung nicht fehlen, dass der Fahrzeugführer des LKW unverletzt geblieben ist. Nicht vorzustellen, dem wäre bei der Selbstverletzung des Jugendlichen auch was passiert.

Ich bin sicher, die Verfasserin oder der Verfasser der Pressemitteilung hat sich darüber überhaupt keine Gedanken gemacht. Das ist keine böse Absicht, dass solche Formulierungen passieren. Es ist Ausdruck unserer extrem auf PKW geprägten Welt, in der Fußgänger und Radfahrer unter allen Umständen auf eben die Rücksicht zu nehmen haben.

Im Falle des obigen Fotos hätte dann gestanden:

„Verletzte sich ein Mensch tödlich, als er im Kreuzungsbereich von einem auf der vorfahrtsberechtigten Straße verkehrenden Fahrzeug erfasst wurde. Der Fahrer des Kraftfahrzeugs blieb unverletzt.“