Was ist denn in den Testerbergen los?

Im Juli 2014 gab es die Überschrift hier schon mal. Damals waren zahlreiche Wege in den Testerberge (absichtlich?) blockiert.

Heute Abend sind wir eine gemütliche Runde durch die Testerberge pedaliert und waren ziemlich entsetzt. In dem Bereich südlich des Baumschulenweg ist die Hölle los.03

Der Hauptweg ist blockiert von “zufällig” quer über den Weg gestürzten Bäumen. Radfahren oder Spazieren gehen würde da aber eh niemand, denn der Wald ist völlig verwüstet – von schwerem Gerät.

01Auf einer sehr großen Fläche sind die Wege völlig zerstört, es wurde massiv und offensichtlich um jeden Preis Holz aus dem Wald gezogen…

02Als Naherholungsgebiet jedenfalls taugt die Gegend absolut nicht mehr. Ich weiß auch nicht ob der RSC Dinslaken das schon mitbekommen hat, weil der absolut überwiegende Teil der Wege über die die März-CTF führen ist auch hin.

Wenn ich sowas sehe, wird mir richtig übel. Und angeblich sind doch immer wir Mountainbiker schuld daran, dass die Wege kaputt sind. Ja ne, ist klar. Sieht man ja auf den Fotos sehr deutlich.

Marathon Grafschaft – eine Lektion in Demut

Ich bin dieses Jahr sehr viel Rennrad und wenig MTB gefahren. Deswegen habe ich mir auch nur für ganz wenig Marathons angemeldet und einer davon war vergangene Woche der in Grafschaft.

In Grafschaft fahre ich, seit ich MTB fahre. Normaler Weise die Mitteldistanz, weil ich dann einen ungefähren Benchmark meiner eigenen Entwicklung habe.

Für dieses Jahr habe ich mich zur Kurzstrecke angemeldet und dachte: hmm… 880 Höhenmeter ist eine Menge, aber es sind nur 33km. Sollte also kein großes Problem sein.

Elevation Profile
Marathon_Grafschaft_Kurzstrecke

Ja Scheisse.

Direkt auf der ersten Steigung hatte ich Seitenstechen, dass mich die ersten 5km oder so begleitet hat. Dann war meine Flasche weg und ich habe ungefähr bis KM 10 gebraucht, um “meinen” Tritt zu finden.

Das Garmin piepste regelmäßig “Puls zu hoch”, aber das bin ich ja im Rennen gewohnt. Trotzdem war ich total platt und bin bergauf von vorne nach hinten einfach durchgereicht worden. So langsam war ich schon lange nicht mehr.

Im Ziel war ich mir sicher, dass ich zu den letzten gehöre. Zu meiner großen Überraschung war ich aber Platz 29 von  52 meiner Altersklasse. Nicht toll, aber auch nicht schlecht.

Wieder zu Hause habe ich versucht, das zu verstehen. Klar ist: Die Masse die mich am Berg überholt hat, habe ich bergab nicht wieder eingesammelt. Obwohl ich auf den technisch leichten Abfahrten viele überholen konnte.

Ein Blick auf die Pulsauswertung offenbart aber grauenvolles:

GrafschaftDemnach bin ich die gesamten 33km am Anschlag gefahren. Und zwar volle Pulle. Und das ohne jeden Grund:

Normaler Weise würde ich sagen: Ich bin krank. Irgendein Infekt oder so, das kann sonst nicht sein. Aber das kann ich ausschließen, denn am Tag nach dem Marathon bin ich eine RTF mit viel Gegenwind gefahren:

BocholtAlles total normal.

Was also könnte die Ursache für mein Versagen in Grafschaft sein? Körperlich geht es mir wirklich gut und konditionell bin ich sauber aufgestellt. Mein Pfunde zu viel habe ich immer noch, aber die waren ja schon immer da.

Strava sagt mir, dass ich sogar ein paar PR aufgestellt habe. Einige davon belegen auch eine wirklich nachhaltige Entwicklung.

UnbenanntWas also ist der Grund für mein (gefühltes) Versagen?

Das ich mich die ganze Zeit über zum Kotzen gefühlt habe, kann ich mit der Puls-Höhe erklären. Aber die Ursache dafür? Keine Ahnung.

Ich bin ratlos. Vielleicht muss ich mal mit meiner Trainerin sprechen…

Grenzfahrer vs. Rose – 2 RTF die sich (k)ein bisschen ähneln

In den letzten Tagen bin ich zwei RTF gefahren, die sich in vielem ähneln und doch ganz unterschiedlich waren.

Da war zuerst die RTF der “Grenzfahrer“, die uns (grob) von Willich nach Holland und zurück führte:

Elevation Profile
Grenzfahrer_RTF_

Wir sind die 110km-Runde gefahren und waren sehr angetan. Die Startgebühr war 6 Euro für “Trimmdich-Fahrer” ohne Wertungskarte. Dafür gab es dann..

  • eine sehr gut ausgewählte Strecke,
  • die sehr gut beschildert war und
  • alle 20km einen Verpflegungspunkt.

Die Verpflegungspunkte verdienen eine besondere Aufmerksamkeit: denn neben Nutellabroten, Waffeln und Bananen gab es für die Fahrer so viele Riegel und Gele von Xenofit, wie man tragen konnte. Witziger Weise hat das niemand wirklich in übertriebenem Maß ausgenutzt.

Die Strecke war insgesamt sehr schnell, weil vor allem große Straßen oder schnelle (niederländische) Radwege zu fahren waren.

Dann sind wir die RTF “Rose Bikes – RC77” gefahren, die uns von Bocholt nach Holland und zurück führte:

Elevation Profile
RTF_Bocholt_70km_mit_viel_Wind_

Weil es sehr windig war, sind wir allerdings von der 110km-Runde auf die 70er ausgewichen. Der Startpreis betrug ebenfalls 6 Euro und dafür gab es dann:

  • eine sehr gut ausgewählte Strecke,
  • die sehr gut beschildert war und
  • …. äh einen Haken.

Denn erst nach 35km sind wir an den ersten Verpflegungspunkt gekommen und dort lagen nur ein paar, größtenteils deutlich grüne Bananen. Sonst nix. Kurz bevor wir fahren wollten, tauchten plötzlich noch Aldi-Müsliriegel auf.  Besser als nix, aber als Julia 3 davon holte (für sie, unseren Mitfahrer und mich), gab es noch einen dummen Spruch “da kommt ja die richtige”, als sie die genommen hat.

Un-fucking-fassbar.

Nach der Rückkehr gab es dann ein Funktions-T-Shirt von Rose und RC77, dass für die “ersten 1000 Fahrer” vorgesehen war – ich glaube nicht, dass so viele da waren.

Die Shirts sind toll. Und auch die Strecke war gut: Nicht so schnell wie die Grenzfahrer-RTF, aber durch viele Kurven auf der Strecke war man immer vergleichsweise kurz dem doch starken Wind von vorne ausgesetzt.

Beide teilten sich, dass man hier eine sehr schöne grenzüberschreitende, flache Strecke fuhr. Beide Strecken waren wirklich gut ausgewählt und präpariert. Während die Grenzfahrer aber mehr auf Speed setzten, sprach die Rose-RTF eher die Genießer an.

In beiden Fällen bekam man für sein Geld auch wirklich viel geboten. Allerdings rettet die Rose-RTF hier das Shirt. Denn nach dem “Verpflegungsstop” waren wir schon  reichlich angefressen.

Bei beiden gab es übrigens hinterher auch sehr leckere Würstchen, Getränke und viel Kuchen zu sehr fairen Preisen.

 

Fitness-Tracker: Von Polar zu Garmin

Zu Weihnachten 2013 bekam ich von der Herzdame einen Polar Loop Fittness-Tracker geschenkt. Ein Tool, dass seit dem selten nicht an meinem Arm war.

Was mir besonders gefallen hat, waren…

  • das schlichte, aber ansprechende Design
  • die lange Akkulaufzeit
  • das nette rote Display

Natürlich gab es auch Dinge, die mir nicht gefallen haben:

  • properitärer Ladestecker
  • properitärer Akku, fest verbaut
  • kein Vibrationsalarm

Insgesamt aber war das Gerät genau wie ich es mag: Easy to use und ein nettes Spielzeug. Leider war die App, die Polar damit vertreibt, alles andere als brauchbar: Dort habe ich nur ganz selten rein geschaut, weil es einfach nix brachte. Weder gab es sinnvolle Informationen, noch die Möglichkeit Aktivitäten nachträglich zu ändern.

Im Laufe der Zeit wurde die Connectivität (zu Apple Health, MFP, Garmin Connect) zwar besser und so wurden zum Beispiel Rad-Touren aus Garmin richtig in der Flow-App angezeigt. Da aber alle Sportarten in “virtuelle Schritte” umgewandelt werden, hatte man halt zwischendurch schon mal ein paar Hunderttausend davon gesammelt.

Ganz besonders irritierend war auch die automatische Leuchtstärke, die mit einem falchen Vorzeichen programmiert scheint: Im Dunkel ist das Display sehr hell, während es in der Sonne bis zur unleserlichkeit abdunkelt. Aber nun ja…

Leider war die Benachrichtigung, wenn man mal wieder zu lange auf seinem Po gesessen hat, quasi “unsichtbar”. Hier fehlte schmerzlich ein Vibrationsalarm.

Sehr ärgerlich war auch, dass keine dynamische Anpassung an die Leistung vorgesehen war. Es gab Stufen, die man einstellen konnte, aber keine individuellen Ziele.

Dafür aber war der Akku super schnell geladen (30 Minuten, meistens) und hielt gefühlt ewig.

Was mit steigendem Alter natürlich dramatisch nachgelassen hat. Und so stand jetzt die Frage an: Was nun?

Eine Option war der Polar Loop 2, der zumindest im Bereich Vibrationsalarm nachgebesser hatte.  Aber irgendwie…

Nun hat sich ja ergeben, dass wir im Technikbereich seit einiger Zeit auf Unterstützung von Garmin bauen dürfen. Also habe ich mal dort nachgesehen und bin beim Garmin VivoSmart HR hängen geblieben.

FullSizeRenderZum einen kommt das VivoSmart HR zusätzlich mit einem optischen Pulssensor daher, den ich sehr praktisch finde. Und es gliedert sich in die Garmin-Connect-Umgebung ein, wo auch unsere Edges und GPSmaps verankert sind.

Anders als der HR+ hat der “kleine” HR auch kein GPS an Board, das mag ich nicht am Handgelenk haben.

Aber als weiteres “Schmankerl” gibt es einen barometrischen Druckmesser, über den Treppensteigen erkannt wird.  Die üblichen, auch beim Loop 2 vorhandenen “Smart-Funktionen” wie Anrufbenachrichtigung, MP3-Fernsteuerung etc spielen für mich keine Rolle.

Der Pulsmesser scheint überraschend akkurat, nur beim Schwimmen war der Wert definitiv zu niedrig. Was aber vermutlich am Verhalten der Adern bei Kälte liegt.

Das Display ist allerdings eine echte Augenweide. Ich mochte zwar das unaufrdingliche Design des Loop, aber die Informationsfülle ist natürlich viel größer beim VivoSmart. Plus des “Allways On”. Die Bedienung ist super gelöst (wischen, tippen, eine Taste) und arbeitet auch nass sehr präzise.

Die individuellen Ziele werden übrigens aus den Vortagen abgeleitet. Hier darf man nicht zu viel Intelligenz erwarten: So hat das Garmin gestern gemerkt, dass ich wenig gelaufen bin und für heute mein Ziel herunter gesetzt um mich wieder “on Track” zu bekommen. Dummerweise hatte wohl keinen Einfluss, dass ich das Armband erst ab Nachmittags trug und auch das Schwimmen spielte keine Rolle 😉

Thema Schwimmen: Das VivoSmarterlaubt, “sonstige Sportarten” aufzuzeichnen und im Nachgang dann zu editieren. So konnte ich aus den 29 Minuten “Sonstiges” dann “Schwimmen, 750 Meter” machen.

Die Installation und Integration in Garmin Connect ist so problemlos wie alles was man erwartet. Die Ladezeit des Akkus ist allerdings deutlich länger als beim Loop, was vermutlich am höheren Energiebedarf der Sensoren liegt.

Was allerdings absolut behämmert ist: Meine GPS-Map, Edge 800 und 810 nutzen Mini-USB. Der Edge820 nutzt Micro-USB und das VivoSmarteinen properitären Stecker. Damit habe ich jetzt 3(!) unterschiedliche USB-Ladekabel am PC hängen. Da fragt man echt, ob die sie noch alle haben.

Der Vibrator im VivoSmartist übrigens auch als Wecker nutzbar. Ich habe heute morgen den Eindruck gehabt, dass ich das wesentlich angenehmer finde, als vom normalen Wecker aus dem Schlaf gerissen zu werden. Toll wäre jetzt noch, wenn die Schlafüberwachung so programmiert werden könnte, dass sie ab einer bestimmten Uhrzeit weckt, wenn man in den leichten Schlaf übergeht und nicht aus dem Tiefschlaf weckt. Das wäre genial.

Fazit:

Das Loop ist ein Schmuckstück, dass meine Basisbedürfnisse befriedigen konnte. Das VivoSmartHR ist dagegen stärker auf Integration in die “Sportwelt” gepolt und bietet einige sehr interessante zusätzliche Features.

Wer es “Simpel” mag und einen reinen Fittness-Tracker haben will, der dezent am Handgelenk baumelt und seinen Zwecke erfüllt: Polar Loop.

Wer dagegen mehr Zahlen, Daten, Fakten haben will und/oder eh andere Garmin-Geräte haben will, der sollte den VivoSmart HR kaufen.

 

Hinweis in eigener Sache: Unser Deal mit Garmin umfasst keine Vorgaben, ob und wie über Produkte der Marke zu berichten wäre.

 

Radon Slide Carbon 160 9.0

Nach dem Urlaub in Saalbach habe ich mir ja mehr oder weniger spontan ein abfahrtsorientiertes Spaßbike gekauft – das auf den etwas sperrigen Namen “Radon Slide Carbon 160 9.0” hört.

IMG_8373Inzwischen habe ich die ersten 100 km mit dem Bike hinter mich gebracht – genug um mal das für und wieder zu betrachten.

Das erste was ich gemacht habe, war die Schläuche raus zu nehmen. Radon liefert direkt Tubeless-Ventile mit und die Felgen sind ohne Umbau TL-ready. Der Hans-Dampf-Reifen braucht kaum Milch um dicht zu halten. Bessere Pannensicherheit und niedrigere Drücke sind die angenehme Folge.

Das Slide 9.0 kommt mit kompletter XT-Ausstattung. Eigentlich gut, trotzdem habe ich die XT-Bremse runtergeworfen und eine Saint installiert. Außerdem ist die vordere 180mm Scheibe gegen eine 200er getauscht worden.

Die Gründe dafür sind einfach:

IMG_8266Im Bikepark habe ich gemerkt, dass bei meinem Gewicht die 180er-Scheibe ausreicht. Aber eben nicht so wie ich es gerne hätte. Dazu kommt, dass die XT-Bremse bei mir das schon kolportierte Wandern des Druckpunktes hatte.

Das kann der Service zwar angeblich beheben, aber wenn ich schon plane vermehrt Downhill zu fahren, kann ein bisschen Reserve ja nicht schaden. Also die große Scheibe und eine Saint montiert. Bremsen wie andere den Anker werfen 😉

IMG_8372Genau so viel Spaß wie im Park macht das Bike aber auch auf den “heimischen Trails”, in meinem Fall also Halde und Testerberge. Die 2×11 scheint mir ein bisschen zu großzügig, 1×11 hätte es auch getan. Aber so bleiben immer genug Reserven um das vergleichsweise schwere Bike die Berge hoch, die Waldwege lang und die Abfahrten runter zu pedalieren.

Insgesamt fällt das hohe Gewicht schon auf, vor allem im Vergleich zu meinem Race-Hardtail. Aber das Slide ist ja auch ein komplett anderes Bike.

Trotzdem überlege ich, die Schaltung aus 1×11 zu reduzieren und für Touren einen leichteren zweiten Laufradsatz zu bauen. Die fetten Hans Dampf sind trotz TL nämlich keine Leichtgewichte und rollen eher wie ein Panzer 🙂

Das Einzige was mir wirklich nicht gefällt ist die tiefe Position des Tretlagers. Schon mehrfach habe ich mit der Kurbel oder dem Kettenblatt den Boden berührt – vor allem in sehr schmalen Rinnen. Da wäre mehr Luft besser, aber das Slide ist ja nun mal eher ein “Touren-Enduro”, denn ein reinrassiger Downhiller. Und da muss man wohl Kompromisse eingehen 😉

Garmin Edge 820 – 2nd Hands on

Nachdem ich am heimischen Schreibtisch doch ein wenig irritiert war, ist es an der Zeit gewesen den Edge820 mal nach draußen zu bringen. Denn da gehört er ja hin 😉

Im Rahmen einer entspannten Ausfahrt bot sich die Möglichkeit, mal die verschiedenen Funktionen zu testen und zu prüfen ob der Edge820 jetzt eine Gurke ist. Oder ein gutes GPS und würdiger Nachfolger für den Edge810.

IMG_8356An der Stelle würde ich übrigens gerne kurz abweichen und darüber berichten, wie absolut fantastisch die Radinfrastruktur in den Niederlande ist. Aber dafür sind wir ja nicht hier.

Das Erste was beim Edge820 auffällt, ist das Display. Garmin verspricht ja, dass der Umgebungslichtsensor dafür sorgt, dass man jederzeit das Display gut ablesen kann. Und egal was man denkt: Das stimmt. Egal ob die Sonne knallt oder man im schattigen Wald ist: Trotz Radbrille ist immer alles gut zu lesen.

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Auch das im vorherigen Beitrag erwähnte Zucken des Displays bei Annäherung mit dem Finger ist vorbei, sobald man einen Bike-Handschuh anhat. Auch wenn das Display klein wirkt und meine Finger nicht die zartesten sind: Bedienen geht 1a.

Absolut top funktioniert übrigens auch die Navigation. Ich habe zwar (noch) keine Möglichkeit gefunden, verschiedene Profile (Off-Road / Straße) anzulegen, aber für den Test auf der Straße war das ja nicht nötig.

Einfach GPX auf das Gerät geschoben, ausgewählt und sofort war Turn-by-Turn verfügbar. Inklusive passender Hinweise für Kreisverkehre.

Beim Edge810 habe ich nach den ersten Versuchen die Navigation nie wieder angepackt. Beim 820 habe ich mich aus Spaß sogar nach Hause leiten lassen, weil das Suchen von Adressen und das navigieren so simpel funktioniert.

IMG_8360Zu den Nachteilen gehört sicherlich, dass beim Auswählen einer Strecke immer direkt die Navigation startet – nur Abfahren scheint nicht möglich.

Und in der Folge war nach knapp 4 Stunden der Akku nur noch bei knapp über 50%. Trotz abgeschaltetem Glonass. Einige Blogs (Beispiel) berichten, dass laut Garmin die Akku-Laufzeit 15 Stunden im Normalbetrieb und 22,5h im Stromsparmodus betragen soll. Garmin selbst gibt auch 15h an.  Allerdings, warum auch immer, bei abgeschaltetem GPS:

Bis zu 15 Stunden im GPS-Trainingsmodus

Ich habe den Verdacht, dass die Kombination von Navigation + Tracking + Sensoren + Handy letztlich ausschlaggebend für den hohen Stromverbrauch waren. Das werde ich die Tage mal testen, in dem ich nur tracke und dafür auf Bluetooth zum Handy und WLAN aktiv verzichte. Die Sensoren (Cadence, HeartRate und Speed) lasse ich aber natürlich an. Ich schätze das ich dann auf etwa 10h kommen dürfte, was immer noch über den 8h des 810 liegt.

Das Fazit des zweiten Tests und ersten Outdoor-Gebrauchs ist aber, dass der Edge820 in der Tat ein würdiger Erbe des 810 ist.

Und falls jemand weiß, ob und wie man die Navigation “auf Mountainbike” umschalten kann und wie man die Turn-by-Turn-Navigation abschaltet um nur der Linie auf dem Display nachzufahren: bitte in die Kommentare posten 🙂

Garmin Edge 820 – 1st Hands on

Gestern kam endlich das lang ersehnte Paket aus England: Garmin schickte uns einen Edge 820 und obwohl gestern keine Rad-Tour geplant war, war es durchaus angebracht, schon mal damit zu spielen.

IMG_8330Etwas irritierend ist, dass auf dem wertigen Karton steht “actual size”. Ist der wirklich so klein? Ja ist er, klein und knubellig kommt er aus dem Karton.

Der Edge 820 ist deutlich kleiner als der 810er (auch das Display), erfreut aber mit einem hellen, gut ablesbaren und farbenfrohen Bild.

Garmin selbst schreibt, dass der Edge820 endlich den Touchscreen mit sich bringe, auf den ich gewartet habe. Und genau hier kommt der erste Wehmutstropfen:

Das Display des Edge 810 war ebenfalls schon mit Handschuhen zu bedienen und reagierte sehr feinfühlig auf Druck mit dem Finger. Der Edge 820 dagegen kommt einem vor wie ein hyperaktives Kind, denn der kapazitive Touchscreen reagiert schon bevor der Finger aufliegt.

Warum das Display kleiner ist als beim 810er und warum Garmin es immer noch nicht schafft, Geräte ohne fetten schwarzen Plastikrand um das Display zu bauen, bleibt allerdings ein Geheimnis.

Ganz übel ist, wenn man mit großen Händen den Garmin in der einen Hand hält und mit der anderen Bedienen will: man drückt überall, nur nicht da wo man will. Mit einer Hand geht es besser, ist aber definitiv eine Sache der Übung.

Das Menü gliedert sich scheinbar offensichtlich in 3 Hauptpunkte plus IQ und das Systemmenü. Hier kommt dann wieder Garmin zum Vorschein, denn wie schon seit eigentlich immer ist die Software der Haken an der Technik.

Der Edge 820 versucht alles richtig zu machen und damit geht alles schief. Hier ein paar Beispiele:

  • Ich wollte aus dem Garmin Connect-Store gerne “Edge6” installieren. Das geht auch, nur taucht dann unter IQ nix auf. Denn es handelt sich um ein Datenfeld, dass man nur im Menü der Aktivitäten aktivieren kann. Unter IQ gibt es nur Apps, für das Edge 820 hat mir der Store aber keine Apps angeboten. Also ein Menü ohne Inhalt und ohne Möglichkeit es auszublenden.
  • Das Einrichten eines Notfall-Kontakts für den Unfall-Sensor verwirrt mit einer deutsch-englischen Nachricht, dass man dafür erst einen Kontakt in der Garmin-App auf dem Handy anlegen möge. Dort findet man aber keine solche Funktion. Des Rätsels Lösung ist, dass man Handy und App verbinden muss, dann auf dem Garmin Edge die Funktion für den Notfall-Kontakt startet, darauf hin auf dem Handy die Frage auftaucht ob man einen neuen Kontakt anlegen möge. WTF?
  • Um die Handy-Features zu nutzen, reicht es nicht, den Garmin mittels Bluetooth mit dem Handy zu koppeln. Das ist nur für die “Basis-Funktionen” wie z. B. automatische Uploads. Will man auch die Anrufanzeige nutzen, muss man eine zweite(!) Bluetooth-Verbindung einrichten.
  • Ankommende Anrufe und SMS werden zwar auf dem Display angezeigt, nur damit machen kann man nix (z. B. mit einer voreingestellten SMS “Bin beim Sport” antworten. Auch der Aufruf der Nachrichten ist anders als beim GPSmap64 nicht über die Power-Taste möglich.

Wie das so bei Garmin ist, wird nach und nach vieles davon sicher besser. Wir sprechen uns noch mal in einem Jahr 😉

Was nicht besser werden wird, sind die Design-Fehler:

IMG_8331Unten auf dem Gerät seht ihr die Lap- und die Start-/Stop-Taste. Oder glaubt sie zu sehen, denn das was aussieht wie Sensortasten sind nur Bilder, die auf die vor dem Gerät liegenden Knöpfe hinweisen.

Die sind auf dem Rad natürlich deutlich umständlicher zu erreichen als Tasten die wie beim Edge 810 oben auf liegen.

Die eigentliche Krux ist aber der USB-Anschluss. Hier hat Garmin nicht nur ohne Not auf schnell sterbende Micro-USB-Buchsen gewechselt. Viel schlimmer ist, dass der Anschluss unter dem Gerät in der Nähe der Halterung ist. Das bedeutet, dass bei z. B. 24h-Rennen ein Akku-Pack nicht mehr angeschlossen werden kann, wenn der Garmin am Lenker festgemacht ist.

Kommen wir aber mal zu  den guten Nachrichten:

Die Ersteinrichtung geht relativ schnell, vor allem weil man das eingebaute WLAN-Interface am PC einrichtet und den WLAN-Key nicht über den furchtbaren Touchscreen eingeben muss. Die Nachrichten für den Start-Screen werden wie eh und je in der Text-Datei abgespeichert und jenseits der augenfälligen Neuerungen ist ein Edge ein Edge und bleibt ein Edge.

Sehr schön ist, dass Garmin von der bisherigen Produktpolitik abweicht, die Karten für teuer Geld extra zu verkaufen. Das Edge 820 kommt mit einer Routingfähigen Bike-Karte für Europa vorinstalliert.

In den nächsten Tagen wird das gute Stück jetzt auf Herz und Nieren getestet. Und zwar nicht mehr am Schreibtisch, sondern draußen. Denn das ist ja, was zählt 🙂

 

Edith sagt: Fehler beim USB-Anschluss behoben. Danke Markus.

24 Stunden von Duisburg: Weiter ein totes Pferd reiten?

Das MTB Rennen “MAGURA 24 Stunden von Duisburg” genießt einen gewissen Kultstatus und auch wir waren dieses Jahr das 5. Jahr in Folge vor Ort.

Ob wir nächstes Jahr fahren, stelle ich mal in Frage. Denn meiner Meinung nach ist das Rennen eigentlich tot und jeder, der die happigen 100€ Startgebühr zahlen will, sollte sich das sehr gut überlegen.

Da sind zunächst die immer offensichtlicheren Defizite: Obwohl die Strecke immer mehr gekürzt wird und mittlerweile (laut Strava) nicht mal mehr 7km lang ist, ist die Teilnehmerzahl irre hoch. Nachts geht es gerade noch, aber tagsüber droht ständig Stau-Gefahr. Von 4 Minuten an der Brücke bis 30 Minuten war alles dabei. Rumstehen wohl gemerkt.

Um aber die eigenen Kosten zu reduzieren, wird seit Jahren dazu gedrängt, dass die Teams für weitere 80€ oder so ein Dixi-Klo mieten. In der Folge dessen, dass viele das machen, wurden die Toiletten und Duschen weiter reduziert. In unserem riesen Bereich gab es 4(!) Duschen – auch hier war ständig Stau und warmes Wasser gab es eher selten. Auch die 4(!) öffentlichen Toilettenkabinen waren nur nach Wartezeit zugänglich. Die Folge? Massig Wildpinkler.

Die Nudelparty besuchen wir schon lange nicht mehr. Die Qualität hatte letztes Jahr ihren absoluten Tiefpunkt, dieses Jahr traute sich niemand mehr hin.

Das Schlimmste aber ist die Strecke selbst. Nicht nur das ständige Kürzen, sondern auch der Versuch jede noch so “gefährlich” anmutende Stelle heraus zu schneiden, fordert ihren Tribut. So wurde ja seit Jahren der längere “Wurzeltrail” schon gegen Abend herausgenommen, inzwischen wird der gesamte Hügel umfahren.

Auf der Brücke nach der Pyramide gab es immer einen Pfeiler auf den man aufpassen musste. Heute steht da ein Zaun und teilt die Brücke so auf, dass nur noch die Hälfte als Fahrtstrecke zur Verfügung steht. Super eng in der Kurve und super eng in der Durchfahrt.

Über die Treppe brauchen wir nicht reden und im Fazit möchte man fragen: Wieso zum Teufel ist das ein “Mountainbike-Rennen”, wenn man schon fast geneigt ist mit dem Gravelbike zu fahren?

Die Strecke ist über die letzten Jahre damit zu einer völlig witz- und spaßlosen Nummer geworden, für die man kaum Technik braucht und auf der die gewinnen, die fehlende Technik durch Kraft ersetzen.

Die Teilnehmer sind übrigens ein weiteres Problem: Die Anzahl der Unfälle die ich auf dieser eigentlich idiotensicheren Strecke erlebt habe, erschrecken mich. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass inzwischen jeder meint, er (oder sie) könne ein MTB-Rennen fahren. Dabei wird die eigentliche Anstrengung, nämlich die Dauer von 24 völlig ausgeblendet. In der Folge habe ich mehr als einen Zweiradzombie von der Stecke fallen sehen.

Die Kombinationen aus Material und Fahrfehlern die einem dort unterkommen, sind erschreckend. Natürlich kann man keinen Eignungstest fordern, aber ich fürchte das die immer weiter entschärfte Strecke dazu führt, dass immer mehr Leute hören “ach das schaffst du” – und das auch glauben. Um dann ohne jede Fahrtechnik sich und andere zu gefährden.

Durch all das war der Frust in unserem Team dann natürlich auch gut hoch. Vor allem wenn man dann noch gegen reine Lizenz-Teams fährt. Was soll das, wenn Radhersteller ein Amateurrennen versauen, indem sie ein Profi-Team aufstellen? Ich fahre doch auch nicht die Tour de France oder den UCI Worldcup als Hobbyfahrer mit.

Insgesamt macht Duisburg den Eindruck, dass es für den Veranstalter ein blendendes Geschäft ist. Der Spaß und das Rennen selbst bleiben aber auf der Strecke und in den 24h hörte ich unzählige Leute die von “der guten alten Zeit” schwärmten.

Als 8er-Team hatten wir viel Spaß, weil wir als Gruppe super miteinander auskamen. Aber wir hatten auch, siehe oben, Frust den wir verarbeiten mussten. Wenn z. B. die schnellste Runde unter 16 Minuten ist und der nächste Fahrer mit Stau plötzlich knapp 30 braucht. Damit muss man erst mal klar kommen, vor allem wenn man siehtr das Fahrer der anderen Teams vor dem Stau waren und damit total entspannt eine komplette Runde rausfahren konnten.

Machen könnte der Veranstalter einiges:

  • längere Strecke
  • weniger “Vorsichtsmaßnahmen”
  • weniger Teams (auf der Strecke)
  • bessere Logistig (Duschen!!!!) etc

Interesse wird er aber keines haben. Denn auch nächstes Jahr wird das Rennen wieder in kürzester Zeit ausverkauft sein.

Vielleicht ist es aber auch einfach an der Zeit, die 24 Stunden von Duisburg zu Grabe zu tragen und in guter Erinnerung zu halten.

Oder den dringend notwendigen Neuanfang zu wagen.

 

Bike-Mailorder: Ein Mal, nie wieder

Mittlerweile sind die Prozesse im Online-Business ja so gut, dass man kaum noch klagen kann. Bestellungen kommen in der Regel schnell und Problemlos und Retouren sind ja auch nicht so das Ding. Auch mit Garantiefällen hatte ich in den letzten Jahren keine Probleme mehr, wenn ich was online gekauft hatte.

Um so fassungsloser ist man, wenn eine Geschichte völlig in die Hose geht:

Im Juni hatte ich bei Bike-Mailorder (BMO) ein paar Pedale (Shimano XT SPD) bestellt und die nach einigen Tagen auch erhalten. Damit sind wir Ende Juni dann in Urlaub gefahren.

Am Ende des ersten Tags ließ sich das rechte Pedal leider nicht mehr drehen – war einfach fest auf der Achse. Und auch der lokale Mechaniker konnte nicht helfen 🙁

Naja, soll passieren.

Wir kamen am 03.07. aus dem Urlaub und am 04.07. habe ich BMO angemailt und gefragt, wie wir das am Besten abwickeln.

Weil ich so von den anderen Onlinestores verwöhnt war, wollte ich am 06.07. mal anrufen ob meine Mail da ist. Da ich PGP verwende, landen die leider ab und an im Spam-Filter. Nur das ich leider niemanden bei BMO telefonisch erreichen konnte.

Am 09.07. und 11.07. bekam ich dann jeweils eine Mail, ich möge bitte die Pedale einsenden. Auf eigene Kosten, das Porto bekäme ich bei berechtigter Reklamation erstattet.

Am 11.07. waren allerdings laut DHL die Pedale bereits eingetroffen. Eine Eingangsbestätigung habe ich nie erhalten.

Am 18.07. habe ich mal nachgefragt und am Tag darauf eine Mail bekommen, Reklamationen dauern derzeit etwas länger. Keine Aussage bis wann mit einer Klärung zu rechnen ist oder so.

Gestern habe ich dann eine Mail geschrieben und eine Frist bis kommenden Freitag, 05.08. gesetzt. Worauf BMO mir dann heute mitgeteilt hat, dass sie den Kaufpreis plus Porto erstatten.

Inhaltlich habe ich BMO jetzt nichts vorzuwerfen. Sie haben weder den Garantiefall in Frage gestellt noch sonst irgendwie sich negativ verhalten.

Was das Kauferlebnis für mich aber zu einem Onetimer macht ist die fehlende Kommunikation. Wenn alle anderen Firmen es hin bekommen, dass ich über den Eingang der Retoure informiert werde und über den jeweiligen Bearbeitungsstand, dann ist das ein Maßstab an dem sich auch BMO messen lassen muss.

Und in dieser Disziplin ist das Unternehmen leider völlig durchgefallen. Was man hätte besser machen können:

 

  1. mir ein ein Retoure-Ticket für DHL oder Hermes mailen
  2. mir den Eingang bestätigen
  3. mir unaufgefordert mitteilen, wenn es länger dauert

Das ist eigentlich, nach meinem Verständnis, heute auch der Standard. Und vielleicht bin ich der Montagskunde mit den Montagspedalen, bei  dem alles mögliche schief gegangen ist. Das weiß ich nicht und will ich auch nicht beurteilen.

Für mich steht leider nur auf dem Papier, dass man sich nicht sonderlich um mich bemüht hat. Was schade ist. Denn so wandert mein Geld zukünftig halt zu einem Mitbewerber.

Specialized-SRAM Enduro Series #3: Christian Textor und Raphaela Richter sind die Deutschen Meister

Das wichtigste nationale Endurorennen ist nun Geschichte. In Schöneck wurden neben dem dritten Lauf zur Specialized-SRAM Enduro Series auch die Deutschen Meisterschaften ausgetragen. 400 Fahrer aus 10 Nationen waren am Start.

Am vergangenen Wochenende war Schöneck erneut Schauplatz für die Deutsche Meisterschaft der Disziplin Enduro. Bereits im Jahr 2014 war der Vogtland Bike e.V. Gastgeber für die Austragung der damals ersten nationalen Meisterschaft in dieser noch jungen Sportart. Nach einem Abstecher im letzten Jahr nach Altenau im Harz kehrten also die Titelkämpfe zur Wiege der Enduro-DM nach Schöneck zurück und wurden dort standesgemäß gefeiert. Eingebettet wurde das Rennen in den dritten Lauf der Specialized-SRAM Enduro Series und somit waren auch wieder einige internationale Größen am Start. Insgesamt gingen etwa 400 Sportler aus 10 Nationen auf die anspruchsvolle Runde.

Gewinner DM - SSES Schöneck 2016Dass eine DM etwas ganz Besonderes ist, war von vornherein klar, allerdings hatte man sich für Schöneck noch weitere Besonderheiten einfallen lassen. Für die Elite und Pro Klassen wurden insgesamt 7 Stages angeboten, plus einem zusätzlichen Prolog, dessen Zeit auch ins Ergebnis einfloss. Die Open Klassen hatten 5 Stages zu absolvieren. Speziell war insbesondere, dass die Elite und Pro Kategorien nach den sechs gewerteten Stages noch einmal nach dem aktuellen Stand des Rennens in umgekehrter Reihenfolge auf die letzte Wertungsprüfung gingen. Sie starten dann quasi schon mit ihrer bisher benötigten Zeit und auf der Anzeigetafel im Ziel erschienen die Gesamtzeit und sofort die aktuelle Platzierung. Spannender und zuschauerfreundlicher kann man ein Endurorennen wohl kaum gestalten.

Auf dem Programm stand eine Runde mit etwa 47 Kilometern, wobei die sieben Stages der Elite und Pro Klassen in etwa eine Gesamtlänge von 8,5 Kilometern hatten. Auf diesen gezeiteten Streckenabschnitten wurden über 800 Höhenmeter vernichtet. Den Open-Klassen wurde die dritte Stage erspart und das Rennen endet bereits nach der sechsten Wertungsprüfung. Für sie ergaben sich 6 Kilometer mit über 500 Höhenmeter Stageanteil.

Nach dem Training am Samstag ging es am Abend bereits erstmalig zur Sache. Ein 600 Meter langer Prolog mit Ende direkt im Start-/Zielbereich musste absolviert werden. Viele Zuschauer säumten bei bestem Wetter die Strecke und bekamen jede Menge Action geboten. Insbesondere am Zieltable trugen einige Stunts zur Unterhaltung bei. Am Ende gewann der Serienführende Zakarias Johansen (NOR – Specialized Nordic) mit einer Zeit von 1:28.324 Minuten und einem Vorsprung von knapp 8 Zehnteln auf Michal Prokop (CZE – Ghost Factory Racing Riot). Schnellste Frau war die 18-Jährige Cross Country Fahrerin Mirjam Kuhn (GER – Radon EBE-Racing Team), die nach eigener Aussage selbst etwas über dieses Ergebnis überrascht war.

Der Sonntagmorgen bot dann nicht die besten Wetterbedingungen. Regen hatte die Strecken ordentlich aufweichen lassen. Die ersten Fahrer, die pünktlich halb neun auf die Runde geschickt wurden, waren die Serienführenden der Klasse Elite Men. Die erste Stage war eine alte Bekannte des Rennens, jedoch mit veränderter Linienführung. Nach Aussage der Veranstalter ist der Zick-Zack Kurs durch das Baumlabyrinth des Schönecker Stadtparks einfach zu schön, um ihn rauszulassen. Danach ging es dann auf die zweite Stage, auf der die ersten Fahrer allesamt Probleme hatten und man einige Stürze beobachten konnte.

Christian Textor - SSES Schöneck 2016Die dritte Wertungsprüfung führte die Elite und Pro Klassen in die Vogtland Arena Klingenthal, dann schon bei besseren Bedingungen und abtrocknender Strecke. Kurz und knackig führte es steil bergab entlang des Schanzentischs. Zur Belohnung gab es dann eine schöne Aussicht und die Auffahrt mit dem Lift. Danach ging es wieder zurück in die Bikewelt Schöneck bevor die fünfte und sechste Stage noch einmal im alten Steinbruch lange Streckenverläufe boten. Anschließend wurden die Transponder ausgelesen und für die Fahrer der Open Klasse war es geschafft. Alle anderen wurden nun mit fester Startzeit und in umgekehrter Reihenfolge zum aktuellen Stand im Downhillmodus auf die letzte Stage geschickt.

Die Schnellsten nach sechs Wertungsprüfungen waren Zakarias Johansen (NOR – Specialized Nordic) und Raphaela Richter (GER – Radon Magura Factory Team). Bei Raphaela Richter war das Ganze mit 27 Sekunden Vorsprung ziemlich deutlich und fast kaum noch veränderbar. In der Klasse Elite Men sah es allerdings ganz anders aus. Zweitschnellster war Michal Prokop (CZE – Ghost Factory Racing Riot) mit nur 5 Sekunden Rückstand. Danach kam als Schnellster der DM Wertung Fabian Scholz (GER – Focus Trail Team), der somit gute Chancen auf die Titelverteidigung hatte.

Als erste Kategorie gingen dann die Masters Fahrer auf die letzte Stage. André Kleindienst (GER – Bergamont Hayes Factory Team) hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 12 Sekunden Vorsprung und ließ natürlich nichts mehr anbrennen. Die Anzeigetafel zeigte bei ihm dann eine Gesamtfahrzeit von 11.53.445 Minuten und einen Vorsprung von 15 Sekunden an. Damit gewann er den Deutschen Meistertitel vor Christian Junker (GER – Rose Factory Racing Team) und Benjamin Herold (GER – Giant Germany Off-Road Team), der zwar die letzte Stage gewinnen konnte, aber am Gesamtergebnis nichts mehr ändern konnte.

Raphaela Richter - SSES Schöneck 2016Direkt im Anschluss gingen die Elite Women auf den Kurs. Wie zu erwarten war, sicherte sich Raphaela Richter souverän den Sieg und verließ den Platz als Deutsche Meisterin 2016. Zweite wurde die amtierende Deutsche Meisterin im Downhill Sandra Rübesam (GER – Rose Factory Racing Team), die damit bewies, dass sie auch ordentlich treten kann. Auf dem dritten Rang komplettierte Veronika Brüchle (GER – Stevens MTB Racing Team) das Podest.

In der Elite Men Klasse wurden die letzten Fahrer etwas umsortiert. Vor die letzten zehn besten Deutschen wurden die schnellsten fünf internationalen Fahrer gesetzt. Michal Prokop bestätigte mit einer Zeit von 11:15.529 Minuten seine Form. Zakarias Johansen legte mit 11:07.410 Minuten eine unglaublich schnelle Zeit vor, die wohl kaum zu schlagen war. Aber natürlich war in diesem Augenblick hauptsächlich das DM Ergebnis interessant. Am Ende setzte sich in einem Wimpernschlagfinale Christian Textor (GER – Team Bulls) mit 5 Hundertstelsekunden Vorsprung vor Fabian Scholz durch. Textors Zeit von 1:17.409 reichte in der Rennwertung für Platz drei.

Mit dem Sieg des Rennens sicherte sich Zakarias Johansen weitere wichtige Punkte und verteidigte damit die Serienführung. Raphaela Richter scheint ähnlich uneinholbar beim letzten Rennen, welches Mitte September im österreichischen Leogang über die Bühne gehen wird. Alle weitern Informationen auf enduroseries.net.